Am 3. September 2019 verstarb der Jahrhundert-Fotograf Peter Lindbergh – wie ihn sein Kollege und Freund Jim Rakete bezeichnete. Als 16jährige habe ich mir den Bildband 10 Women by Peter Lindbergh gekauft und damit meiner damals ambitionierten Vision, in der Modewelt zu arbeiten, eine Art Bibel geben.

Alle die mich kennen wissen, dass ich ein großer Fan von Peter Lindbergh war und bin, sogar mit der Konsequenz mich nicht mehr mit einem Mann zu verabreden, der die Ausstellung From Fashion to Reality als oberflächlichen Modefirlefanz abgetan hat…

Seitdem ich few gegründet habe, hatte ich das Buch wieder immer öfter in den Händen. Und das nicht nur, um inspiriert von den Bildern mein eigenes erstes Shooting zu planen, sondern vor allem wegen dieser zehn Frauen.

Karl Lagerfeld, ein weiterer großer Verlust der Modewelt des Jahres 2019, schrieb im Vorwort des Bildbandes: „10 Frauen, die aus Ihrer Schönheit, aber auch aus gewissen Unvollkommenheiten und Mängeln eine Stärke gemacht haben“.
Diese Stärke macht sie nicht nur zeitlos schön, wie man auf aktuellen Aufnahmen von Christy Turlington, Claudia Schiffer und den anderen sieht, sondern auch unverwechselbar. Gleichzeitig verlieren diese Frauen keinen Hauch ihrer Weiblichkeit.
„Fragt man sich, was später aus ihnen wird? Werden sie einst der Öde der Vergessenheit ausgesetzt sein?“ Diese zwei Fragen stellt uns Karl Lagerfeld im Vorwort und die Antwort drängt sich auf. Natürlich Nein!

Ich habe das Glück, privat viele solcher Frauen mit dieser besonderen Schönheit kennen zu dürfen. Wenn wir in 20 Jahren zusammensitzen werden, wird man uns zum Glück die Spuren unserer Erfahrung und Gedanken auf unseren Gesichtern ansehen, etwas was laut Peter Lindbergh in der Dokumentation ´The Eye´ in unserer Gesellschaft nicht gewünscht und tunlichst versteckt werden sollte.

Ich habe mich in diesem Artikel vieler Worte dieser beiden inspirierenden Persönlichkeiten bedient, weshalb ich auch mit ihnen schließen möchte.

„Ich glaube, man wird die Photographien von Peter Lindbergh in dreißig oder vierzig Jahren nie mit herablassender Rührung betrachten. Die Mode spielt darin nie die Hauptrolle. Frauen sind immer das Hauptthema.“

PM