Die dunkle Seite von ´Made in Italy´…

„Made in Italy“ ist in unseren Köpfen in der Mode mit höchster Qualität und Handwerk verankert. Wie kann es allerdings sein, dass wir für diesen hohen Qualitätsstandard auf italienischen Wochenmärkten oder auch im heimischen Einzelhandel oft weniger bezahlen als bei den großen Filialisten?

Nehmen wir als Beispiel einen Blazer „Made in Italy“ für 79€. Nach einer sehr einfachen Recherche bei Amazon ist dieser Betrag erschreckenderweise schon optimistisch. 

In der branchenüblichen Kalkulation fließen 20% des Preises in das Produkt. Wir sprechen in diesem Fall also von ca. 16€, die in die Beschaffung des Rohmaterials, Knöpfe und den Lohn fließt. Selbst der Mindestlohn in Deutschland, der bei 9,15€/Stunde liegt, wäre hier schwer abzubilden, oder? Mit dem Mindestlohn in Rumänien (2,50€) würde man schon weiter kommen… Wie gut das man sich in der Parallelwelt in Prato (Toskana) darüber keine Gedanken machen muss. Italien ist in der EU vom Mindestlohn gänzlich ausgeschlossen. 

Ein Flugticket als Lohn

Wir sind immer wieder erschrocken, wenn wir jährlich an den Einsturz des Rana Plaza in Bangladesch erinnert werden. Aber es ist doch so weit entfernt, dass dieses Entsetzen über die Arbeitsumstände der hauptsächlich weiblichen Arbeiter schnell wieder verschwindet. Doch wie sieht es aus, wenn wir solche Zustände direkt vor unserer Tür haben, ca. 20km entfernt von einer wunderschönen Stadt wie Florenz?

Chinesische Arbeiter leben in Hallen, in denen sie bis zu 18 Stunden täglich arbeiten. Viele Monate bekommen sie sogar gar keinen Lohn, denn sie müssen sich oft erst ihr Flugticket erarbeiten. Bei einem Stundenlohn von 1€ kommen wir der Kalkulation von 16€ für einen Blazer leider schon näher…

Die Renaissance des Handwerks

Umso wichtiger ist es daher zu beweisen, dass es „Fashion Made in Italy“ wie es in unseren Köpfen verankert ist nach wie vor gibt und zum Glück wieder einen neuen Aufschwung erlebt. 

Auf der Suche nach einem echten „Made in Italy“-Produzenten für fewhaben wir uns schon nach wenigen Minuten in die Manufaktur der Familie Sartena in Italien verliebt.

Seit 1982 werden hier hochwertige Anzüge, Mäntel und Sakkos handgefertigt. Detailverliebtes und aufwendiges Schneiderhandwerk macht einen großen Unterschied in Tragekomfort, Langlebigkeit und Qualität! Auf die innerbetriebliche Ausbildung wird ebenso viel Wert gelegt wie auf die Auswahl von hochwertigen Stoffen – ebenfalls ausschließlich „Made in Italy“. 

Dass diese Verarbeitung ein höheres Investment in das Produkt verlangt, steht außer Frage. few macht es sich trotzdem zur Aufgabe diese luxuriöse Produktqualität in Premiumpreislagen einer breiten Zielgruppe anbieten zu können.  

PM