Als ich das T-Shirt mit dem Aufdruck ´all you need is less´ gesehen habe, musste ich es haben. Zugegebenermaßen wegen meiner Schwäche für Print T-Shirts… aber auch weil es mir aus der Seele spricht!
 
In den letzten Jahren hat sich ´weniger´ in meinem Leben breit gemacht. Das heißt nicht, dass ich wie einer der trendigen Minimalisten in einem Tiny House leben würde oder weiße Wände in meiner Wohnung die Deko übernehmen. Mein ´weniger´ ist weniger Unordnung und daher weniger verlorene Zeit, weniger angespannte Nerven – die brauche ich für anderes.
Wenn ich einkaufen gehe, egal ob in einem Supermarkt oder ob ich eine Gemüsekiste aussuchen muss, ich bin vom Überangebot regelmäßig maßlos überfordert. Warum sollte das nur mir so gehen…?
 
Aber nicht nur in meinem Privatleben hat sich diese Mindset eingeschlichen. Ich achte penibel darauf, weniger Termine und weniger Meetings zu vereinbaren, um genügend Zeit zu haben um beispielsweise meinen Gedanken mehr Luft zu lassen. So ergaben sich in den letzten Jahren die besten Lösungen. Der Name <few>, formula for an effortless wardrobe, beispielsweise entstand genau aus solchen Gedanken – und das unglaublich, aber wahr – in 5 Minuten auf der Couch.  
 
Wie prägend dieser Markenname sein würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar, aber immer wieder kam ich in den unterschiedlichen Phasen der Gründung darauf, das weniger einfach mehr ist.
 
Ich gehe noch weiter, ´weniger´ ist für mich die einzig wahre Form der Nachhaltigkeit! Produktentwicklung anstelle von Kollektionsentwicklung beispielsweise schont bereits von Beginn an jede Menge Ressourcen: Rohstoffe, Wege sowie Zeit in der Entwicklung und beim Einkaufen.
 
Auch der Onlinehandel kann mit dem Fokus auf ´weniger´ nicht mehr so kategorisch verflucht werden, wie es aktuell oft einmal der Fall ist. Auf keinen Fall möchte ich die Praktiken großer uns allen bekannter Online Händler in Schutz nehmen. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es mir ohne den Online Handel nicht oder schwer möglich wäre, in einem Dorf im Allgäu zu leben und few als Slow Fashion Label zu gründen.
 
Um nochmals auf ´weniger´ Konsum zurück kommen, eine kleine Geschichte: Auch wenn ich dem Konsum von Fast-Fashion abgeschworen habe, gehe ich trotzdem immer mal wieder in diese Geschäfte, um mich zugegebenermaßen selbst herauszufordern – bisher zum Glück mit Erfolg. Was ich hier gesehen habe, war alles andere als ´weniger`… außer vielleicht bei den unmoralischen Preisen… Zu meiner großen Freude habe ich die Generation Friday-for-Future konsequent vermisst!
Mir ist bewusst das es sich um eine Momentaufnahme gehandelt hat, aber auch hier kann ich sagen, dass ich in diesem Alter, in den Ferien, mit Weihnachtsgeld an genau diesem Ort gewesen wäre…
Ich bin davon überzeugt, dass dies einen Wandel im Konsumverhalten zeigt, das so paradox es auch klingt, sehr viel ´weniger´ enthält.
 
PM